Beratungsstellen

-Die Beratungsstellen der hier gemeinten Art bietet Hilfe bei privaten Problemen. Das Angebot der unter kirchlicher Trägerschaft stehenden Einrichtungen besteht im Allgemeinen aus:

- Eheberatung

- Trennungsberatung

- Lebensberatung, also einer allgemeinen Hilfe bei persönlichen Schwierigkeiten aller Art.

Des Weiteren gibt es etliche private Vereine, die allerdings oft staatliche Fördermittel erhalten. Hier findet dann, sofern sich die Beratung nicht auf sehr spezifische Probleme erstreckt, mit Blick auf Partnerschaftsprobleme allerdings in der Regel nur noch eine Beratung zur Abwicklung der Trennung statt.

Misstrauen ist angebracht

Werden Väter von einer Trennung überrascht, bei der die Mutter die gemeinsamen Kinder einfach wie ihren persönlichen Besitz aus der gemeinsamen Wohnung verschleppt, sollten sie sich nicht darauf einlassen, wenn die (Ex-)Partnerin unmittelbar danach auf eine Eheberatung drängt. In aller Regel verbirgt sich dahinter nichts anderes als taktisches Kalkül, um den Vater von gerichtlichen Schritten zur Rückführung der Kinder abzuhalten, indem ihm Versöhnungsbereitschaft vorgegaukelt wird. Sowohl die Jugendämter als auch Anwälte raten Müttern regelmäßig zu entsprechenden Täuschungsmanövern. Selbst Mitarbeiter kirchlicher Beratungsstellen gehen auf dieses schäbige Spiel ein und lassen sich instrumentalisieren, vorgeblich um erst einmal Spannung abzubauen. Letztlich machen sie sich jedoch zu Komplizen bei Kindesentziehungen, wenn solche Gespräche hinhaltend nur zum Schein und ohne konstruktive Bemühungen allein mit dem Ziel geführt werden, dem Vater Sand in die Augen zu streuen und zu Gunsten der Mutter Zeit verrinnen zu lassen, in der jene durch das Zusammenleben mit den Kindern ohne den Vater prozesstaktische Vorteile gewinnt.

Mehr Offenheit wäre wünschenswert

Nach den Erfahrungen von Vätern verlaufen sowohl Ehe- als auch Trennungsberatungen mitunter nicht so, wie dies laut einschlägigen Quellen der Fall sein sollte und man(n) fragt sich: "Was passiert hier eigentlich?". Es ist eine Binsenweisheit, dass BeraterInnen ihre Biographie, sprich ihre durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen geprägten Auffassungen und Einstellungen, nicht wie einen Mantel ausziehen und an der Garderobe lassen können, sondern mit in die Mediationsgespräche nehmen. Da sich die Klienten bis aufs Hemd offenbaren, wäre es doch eigentlich nicht zuviel verlangt, wenn die BeraterInnen - z. B. auf der Homepage der Einrichtung - auch kurz über ihren persönlichen Hintergrund informieren würden. Gerade bei Vermittlungsversuchen auf dem sensiblen Feld der Partnerkonflikte ist es schon interessant zu wissen - wobei dieses Wissen im Einzelfall vertrauensbildend wirken könnte - ob die ModeratorInnen der Gespräche Kinder haben oder nicht, in einer intakten Familie leben oder alleinerziehend oder auch ob sie kinderlos sind.

Eheberatung

Bei der vorwiegend von kirchlichen Stellen angebotenen Eheberatung ging es früher einmal darum, Paare bei familiären Schwierigkeiten zu beraten, wobei der Fokus darauf gerichtet war, die eheliche Gemeinschaft zu erhalten. Dabei wurde versucht, partnerschaftliche Konflikte aufzuarbeiten und möglichst zu überwinden.

Die Tätigkeit der Beratungsstellen im Wandel des Zeitgeistes

Erfahrungsberichte von Vätern zeigen, dass auch in den kirchlichen Beratungsstellen im Fall einer Ehekrise heute überwiegend nicht mehr zu Gunsten eines Erhalts der Familie interveniert wird. Eheberatung im eingangs geschilderten Sinne ist eine Veranstaltung, die heutzutage nicht einmal mehr in katholischen Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen wie beispielsweise der des Bistums Trier[1]auf dem Programm steht. 

Eine wirkliche Mediation in dem Sinne, gegenseitiges Verständnis für Verhalten und Reaktionen des anderen zu wecken, die Wahrnehmung des jeweiligen Gegenübers und die daraus resultierenden Empfindungen und (enttäuschten) Erwartungen herauszuarbeiten, Missverständnisse aufzuklären und Standpunkte aneinander anzunähern, findet oft nur sehr zaghaft, um nicht zu sagen erkennbar halbherzig statt.  

Stattdessen erfolgt meist nur noch eine Trennungsberatung. Überdeutlich zeigte sich diese Tendenz beispielsweise in einem Fall, bei dem eine Frau wegen Alkoholproblemen ihres Mannes um Hilfe nachsuchte. Zu ihrer Überraschung - sie hatte keine Trennungsabsichten geäußert - wurde ihr bedeutet, sie solle sich doch scheiden lassen, dann sei das Problem gelöst.

Auch Väter, die sich, um die Familie zu erhalten, zu Paargesprächen bereit erklären, können interessante Erfahrungen machen. So müssen sie über Monate hinweg schärfste Angriffe ihrer Frau über sich ergehen lassen und dabei feststellen, dass seitens der Mediatoren zu keiner Zeit ein Versuch unternommen wird, den furienhaften Ausbrüchen entgegenzuwirken. Anscheinend betrachten diese die Zusammenkünfte als eine Art Schreitherapie für die Mutter, bei der jene die angeblich durch jahrelange Unterdrückung erlittenen Kränkungen und Verletzungen aus sich herausbrüllen darf. Einem Vater, der nach der x-ten Wiederholung der immer gleichen Vorwürfe den zaghaften Versuch unternahm, einen der sattsam bekannten Endlosmonologe der Ex-Partnerin zu unterbrechen, beschied die Mediatorin, ihres Zeichens Leiterin der unter katholischer Trägerschaft stehenden "Lebensberatung" in Cochem, schroff:

  Zitat:

«Sie kommen hier schon genug zu Wort!»

Im Gegenzug bekam der Vater dann so erbauliche Sätze zu hören wie etwa:

Zitat:

«Liebe kann man nicht erzwingen.»

und

Zitat:

«10 Jahre sind ja auch eine lange Zeit.»

Der letzte Satz verrät, dass auch in der kirchlichen Lebensberatung eine wunderbare Leichtigkeit des Seins Einzug gehalten hat, die suggeriert, angesichts einer solch langen Dauer der Beziehung wäre es völlig normal, sich endlich mal wieder etwas Abwechslung zu gönnen. Andere Sätze:

Zitat:

«Sie haben sich zu sicher gefühlt.»

lassen das sattsam bekannte, klischeehafte Täter-Opfer-Denken erkennen und man(n) muss nicht übertrieben sensibel sein, um aus dem letzten Satz einen Hauch von Häme herauszuhören. Ein solcher Eindruck verstärkt sich angesichts von Äußerungen wie:

Zitat:

«Ja, ja, dass sagten Sie schon, dass der immer so einen ekelhaften Ton angeschlagen hat.»

Mit dieser beipflichtenden Formulierung nahm die Mediatorin eindeutig Partei, indem sie so tat, als sei sie dabei gewesen und die Behauptung der Mutter wäre eine zweifelsfrei feststehende Tatsache. Nicht selten wird auf diese oder ähnliche Weise versucht, Vätern das Gefühl zu vermitteln, sie trügen die Hauptverantwortung am Scheitern der Beziehung, damit sie schuldbewusst in die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf die Mutter einwilligen.

Im Übrigen wird Müttern nahegelegt, sie sollten bei ihrer Entscheidung, ob sie die Ehe fortsetzen wollten, nicht daran denken, was andere von ihnen erwarten. Zumindest mit Blick auf die betroffenen Kinder ist ein solcher Rat, wenn er von Einrichtungen kommt, die unter kirchlicher Trägerschaft stehen, allerdings schon bemerkenswert. Denn immerhin stellt die Trennung der Eltern laut Psychologen wie Uwe Jopt oder Ursula Kodjoe für Kinder das zweitschlimmste Unglück nach dem Tod eines Elternteils dar. Obwohl entsprechende Informationen absolut wichtig sind, damit die Kinder durch falsches Verhalten der Eltern nicht noch zusätzlich geschädigt werden, blenden frauenbewegte Beraterinnen die psychischen Folgen für die Kinder jedoch konsequent aus, um trennungswillige Frauen nicht zu belasten.

Fatal ist auch ein weiterer Effekt solcher "Mediationen". Bereits hier geschieht nämlich eine insbesondere für die Kinder verhängnisvolle Weichenstellung. Diese führt in der Folge dazu, dass anschließende Umgangsverfahren in üble Schlammschlachten ausarten, bei denen Väter, vor allem jedoch die betroffenen Kinder, seitens der Mutter und ihrer Helfershelfer psychisch misshandelt werden. Wenn Mütter schon in den Beratungsstellen erleben, wie ihren Falschbehauptungen und Verzerrungen nahezu kritiklos geglaubt wird, begünstigt das naturgemäß ein Verhalten, bei dem sie darin bestärkt werden, immer abstrusere Lügenarchitekturen zu entwerfen, damit sie bei den anstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen um Kinder und Geld als Sieger vom Platz gehen.

Die Beratungsstellen als Teil der Scheidungsindustrie - Ursachen, Motivationen

Inzwischen sind die Beratungsstellen ein wichtiges Glied im Netzwerk der Scheidungsindustrie geworden.

Zitat:

«Alleinerziehende sind ein großes Geschäft - zumindest für die Wohltäterindustrie von Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgebern oder "freien" Unternehmen.»[2]

Von daher ist es an sich absolut folgerichtig, wenn kaum noch Anstrengungen unternommen werden, bei Ehekrisen auf eine Versöhnung der Partner hinzuwirken. Stattdessen erteilen die von der Kirche besoldeten BeraterInnen, zumindest wenn Frauen die Trennung vollziehen wollen, Absolution zur Auflösung der Ehe und zur Vernichtung der Familie. Zwar wird niemand ernsthaft unterstellen, dass es die MitarbeiterInnen der Beratungsstellen bewusst darauf anlegen würden, die Wiederbelebung einer Ehe zu torpedieren, um Kunden zu keulen. Aber die Möglichkeit, eine in die Krise geratene Beziehung retten zu können und die Sinnhaftigkeit solcher Bemühungen scheint weitgehend aus dem Blick geraten zu sein. Dies mag daran liegen, dass auch die in den Beratungsstellen tätigen Psychologen und Sozialpädagogen ihr Studium in einem Milieu absolviert haben, in dem der Abbruch einer Beziehung als selbstverständliche Reaktion auf Partnerschaftsprobleme und letztlich quasi als Lifestyle-Option betrachtet wird. Väter mögen sich hier keinen Illusionen hingeben. Trennung und Entsorgung des Vaters als Mittel der Konfliktlösung ist auch für die Beschäftigten kirchlicher Beratungsstellen längst ebenso selbstverständlich wie eine Abtreibung als Variante der Empfängnisverhütung und wird dementsprechend bedenkenlos empfohlen. Insofern akquirieren die Beratungsstellen durch die Art und Weise, wie sie ihre Arbeit tun, sehr wohl neue "Kunden".

Deutlich wird dies auf fürwahr zynische Weise an dem Umstand, dass verstörte Kinder und Jugendliche mit Lern- und Anpassungsschwierigkeiten mittlerweile einen großen Teil der "Neukunden" kirchlicher Beratungsstellen ausmachen.[3]Angesichts einschlägiger Statistiken - siehe hierzu im Beitrag "Zur Bedeutung von Vätern" - darf man als sicher voraussetzen, dass es sich hierbei weit überwiegend um Kinder handelt, die bei alleinerziehenden Müttern oder in so genannten "Patchwork-Familien" aufwachsen mussten (auch die vielen, von Jan Pit de Man ausgewerteten Studien lassen diesen Schluss zu[4][5]).

Folgen, Perspektiven

Die Tatsache, dass nicht einmal mehr den Kirchen nahestehende Beratungsstellen den Schutz der Familie auf der Agenda haben, sondern ganz klar das Recht auf Hedonismus priorisieren und der fröhlichen Paarungsethik von Swingerclubs huldigen, zeigt deutlich, wie weit die moralische Beliebigkeit hierzulande fortgeschritten ist, wobei sich diese Zerrüttung strenggenommen primär auf den deutschstämmigen Teil der Bevölkerung erstreckt. Es ist schon ein wenig seltsam, wenn sich beispielsweise hochrangige Kirchenvertreter dafür einsetzen, vergewaltigten Frauen in katholischen Kliniken das Recht auf Abtreibungsberatung und die "Pille danach" zu verwehren, während man in den Beratungsstellen der Diakonien die Familie zum Abschuss freigibt und mit Blick auf die sexuelle Selbstverwirklichung der Grundsatz "Gib-Gas-ich-will-Spaß" legitimiert wird.

Angesichts einer derartigen Haltung muss es nicht verwundern, wenn immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren. Zumindest aus der Sicht von Vätern ist letzteres auch absolut vernünftig, können sie doch die eingesparte Kirchensteuer dafür verwenden, um Geld für ein Scheidungsverfahren anzusammeln, mit dem rein statistisch inzwischen bei jeder zweiten Ehe zu rechnen ist (wobei solche Verfahren in Städten laut Frau Kodjoe inzwischen zu 80 % von Frauen ausgehen).

Die oben geschilderte Beratungstätigkeit fördert, dass Kinder in Situationen geraten, in denen sie einem emotionalen oder psychischen Missbrauch bzw. seelischen Misshandlungen ausgesetzt sind, wie sie in der KiMiss-Studie 2012 beschrieben werden. Auch Elternteile, vornehmlich Väter, zuweilen aber auch Mütter, erleben solche Mediationen häufig als eine Form von Misshandlung, was wiederum Rückwirkungen darauf haben kann, wie sie nach der Trennung ihre Elternschaft wahrnehmen bzw. ob sie dazu überhaupt noch in der Lage sind.

Tröstlich ist allein, dass eine derartige "Eheberatung" sich selbst überflüssig macht. Aufgrund der schlimmen persönlichen Erfahrungen, die sie als Kinder mit Scheidung und Trennung machen mussten, verspüren immer weniger Menschen im zeugungsfähigen Alter den Wunsch, eine Familie zu gründen. Aufgrund des Rückgangs an Eheschließungen gehen inzwischen schon die absoluten Zahlen der Scheidungen zurück und diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren noch dramatisch fortsetzen. Mittelfristig erledigt sich das Problem so von selbst.

Einzelnachweise
1. 
Lebensberatung im Bistum Trier

2. Alleinerziehende: Die Hätschelkinder der Nation, FAZ am 24. Januar 2010

3. Reden, damit Kinder nicht zerrieben werden, Rhein-Zeitung am 15.Juni 2012

4. Ergebnisse Internationaler Tatsachenforschung zum Wohle des Trennungskindes: "Gemeinsames Sorgerecht" - Ja und Nein, Jan Piet H. de Man (Dipl. Kinder- und Familienpsychologe, anerkannter Scheidungs- und Familienmediator)

5. Die Anpassung der Kinder bei gemeinsamen Sorgerecht, Jan Piet H. de Man am 25. Oktober 2005 

 

Trennungsberatung

Trennungsberatung ist das Gegenstück zur früher üblichen, etwas aus der Mode gekommenen Eheberatung. Anstatt Hilfe zur Rettung einer Ehe zu leisten und damit die Zerstörung der Familie, welche insbesondere für betroffene Kinder traumatisch ist, zu vermeiden, geht man gleich dazu über, beratend die Scheidung einzuleiten. Häufig agieren die überwiegend feministisch geprägten Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen in Sorgerechts- oder Umgangsverfahren als willfährige Handlanger in einem väterfeindlichen System, in dem das jeweils zuständige Familiengericht den Ton angibt.

 

Psychologische Trennungsberatung

Diese Form der Trennungsberatung wird als Teilleistung vornehmlich von kirchlichen Trägern wie beispielsweise in der katholischen Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Bistums Trier[1] angeboten.

 

Prinzipielle Funktionsweise

Ein wesentliches Ziel der Beratungs­gespräche liegt darin, die Eltern dafür zu sensibilisieren, dass ihre eigenen Interessen mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder nur selten übereinstimmen und es bei einer Trennung vorrangig darum gehen muss, soweit als möglich Schäden vom Kind abzuwenden und Lösungen zu finden, die seinem Wohl möglichst gerecht werden. Um bei den Eltern Empathie und Feinfühligkeit für die psychische Lage ihrer Kinder zu wecken, ist es in vielen Fällen erforderlich, in einem ersten Schritt ein oft bei einem oder beiden Elternteil(en) vorherrschendes Täter-Opfer-Denken aufzubrechen, damit sie zwischen Paar- und Elternebene zu unterscheiden lernen. Letzteres kann gelingen, wenn man ihnen aufzeigt, dass ihr Fall keineswegs einzigartig ist, sondern Konflikte im Allgemeinen nach einer bestimmten Dynamik eskalieren und Trennungs­prozesse nach bestimmten Grundmustern ablaufen. Wenn die Eltern nach diesem Schritt in der Lage sind, ihren Blick auf die Kinder zu richten, muss ihnen erklärt werden, welche seelischen Nöte und Probleme den Kindern aus Scheidung/Trennung erwachsen und welche Bedürfnisse Kinder in dieser Situation haben bzw. welche "Über­lebens­strategien" sie entwickeln. Daneben muss ihnen verdeutlicht werden, was (vielleicht unbedachte) Aktionen beim Kind anrichten[2]

 

Ehrlichkeit und realistische Betrachtung des Möglichen

Namhafte Psychologen sagen, dass die Trennung der Eltern für Kinder eine der größten denkbaren Katastrophe darstellt. Die Folgen würden weit bis in das Erwachsenen­alter hineinreichen und könnten sich sogar lebenslang auswirken. Hierzu der Gutachter und emeritierte Professor Uwe Jopt: 

Zitat:

«... die Trennung ihrer Eltern für nahezu alle Kinder eine der schlimmsten seelischen Erschütterungen darstellt, die es überhaupt gibt. Entsprechend ließ sich erst kürzlich in einem Taschen­kalender zum "Internationalen Jahr der Familie", den das Bundes­ministerium für Familie und Senioren 1994 herausbrachte, nachlesen, dass dieses Ereignis für Kinder aller Altersstufen nach eigenen Angaben die zweit­größte Stress­situation ist - gleich hinter der Vorstellung, ein Elternteil würde sterben - die sie sich überhaupt vorstellen können.
Elterntrennung, dieser emotionale Super-GAU für nahezu alle Kinder, hat zu allererst mit Gefühlen zu tun. Gefühlen der Angst, Irritation und völliger Hilflosigkeit, weil sie im wahrsten Wortsinne nicht verstehen können, was da um sie herum und mit ihnen geschieht. Und weil für sie "Eltern" entschieden mehr ist, als die Summe aus Mutter plus Vater, weil sie "ihre Familie" als einen einzigartigen und in sich abgeschlossenen psycho­sozialen Kosmos verinnerlicht haben, ist im Normalfall allein das drohende Zerbrechen dieser emotional-intimen Einheit die wahre Kindeswohlgefährdung
[3]

Ähnlich formuliert das auch die Familientherapeutin und Gutachterin Ursula Kodjoe, wobei sie sinngemäß hinzufügt, Trennungen bzw. Scheidungen würden heute oftmals leichtfertig als normale Ereignisse dargestellt. Letzteres seien sie aber lediglich im statistischen Sinne. Weiter sagt sie, in ihrer langjährigen Praxis habe sie nur fünf Mal erlebt, dass die Trennung der Eltern von den Kindern begrüßt worden sei, wobei die Kinder in allen fünf Fällen Zeuge andauernder extremer Gewalt zwischen ihren Eltern gewesen wären. Alle anderen Kinder hätten die Trennung der Eltern als die größte Katastrophe ihres Lebens empfunden und würden massiv unter den Folgen leiden.[4]

Eltern, die nach einer Trennung miterleben, wie ihre Kinder leiden, teilen diese Einschätzungen und sind unangenehm berührt, wenn sie Sätze wie diesen zu lesen bekommen: 

Zitat:

«Für die gesunde emotionale Entwicklung von Kindern, deren Eltern getrennt sind, ist es enorm wichtig, dass ihre Eltern die gemeinsame Elternverantwortung ohne Streit und Stress regeln.»[5]

Mit dieser Aussage - sie stammt immerhin von der Leiterin einer Beratungsstelle - wird die Bedeutung elterlicher Trennung für die Kinder auf das Niveau eines Schnupfens reduziert. Der Satz liest sich so, als wäre eine Quer­schnitts­lähmung ja eigentlich gar nicht so schlimm, solange man nur einen guten Rollstuhl hat. Damit eine Beratung für die Kinder Nutzen bringen kann, ist jedoch eine realistische Betrachtung der Ausgangslage geboten. Verharmlosende, beschönigende Augen­wischerei über vermeintlich unbegrenzte Erfolgs­möglichkeiten trübt den Blick. Eine gesunde emotionale Entwicklung von Kindern kann es nach einer Trennung nicht mehr geben. Möglich ist, den Schaden zu begrenzen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Auch hie teilweise noch die üblichen Rollenstereotypen

Auf der einen Seite werden Väter zwar regelmäßig dazu ermuntert, sich nach einer Trennung weiter um ihre Kinder zu kümmern. Gleichzeitig versuchen aber viele Berater im Gleichschritt mit Jugendamt und Familienrichtern, ihnen etwaige Wünsche bezüglich eines paritätischen Wechselmodells auszureden und sie darauf einzustimmen, den Lebensmittelpunkt bei der Mutter zu akzeptieren. Anscheinend haben auch etliche der in den Beratungs­stellen tätigen Psychologen und Sozial­pädagogen noch das Klischee verinnerlicht, ein Kind brauche zuerst einmal seine Mutter, wohingegen Väter bei der Erziehung bloß nützliches Beiwerk seien. Zumindest gegenüber aktiven Vätern ist eine neutrale Beratung bzw. Vermittlung unter solchen Prämissen natürlich nicht möglich.

Regelrecht ratlos reagieren die Beraterinnen in den seltenen Fällen, in denen ein Kind beim Vater lebt und nicht mehr zur Mutter will. Darauf scheinen die Helfer nicht wirklich eingestellt und der Kampf um das Kind nimmt Höchstformen an.[6] Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

 

Trennungsberatung und „aktive Väter“

Weil immer mehr Väter vor der Trennung aktiv an der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder teilhatten, möchten viele dies auch nach dem Auseinanderbrechen der Paarbeziehung weiterhin tun. Etliche Mitarbeiter von Beratungsstellen stehen der Vereinbarung eines paritätischen Wechselmodells inzwischen positiv gegenüber. Andere pflegen indessen die überholten Rollenklischees und lehnen diese Form der Umgangsregelung prinzipiell ab.

Treffen aktive Väter auf BeraterInnen, die dem Vorurteil anhängen, dass Kinder vorrangig ihre Mütter brauchen und Väter sich mit der Rolle des Zahlesels und Nothelfers bei auftretenden Problemen - die aufgrund der Überforderung von Alleinerziehenden die Regel sind - begnügen sollen, ist eine ehrliche, ergebnisoffene Mediation nicht möglich. Auch müssen gütliche Einigungen scheitern, wenn Müttern in Einzelgesprächen suggeriert wird, die Zuweisung des Lebensmittelpunktes sowie Unterhalts­zahlungen des Ex-Partners wären Rechte, die ihnen wie selbstverständlich zustünden. Damit bereitet die Beratungsstelle zwangsläufig den Boden für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

 

Falsche Signale an lügende Mütter

Geradezu fatal ist es, wenn Mütter im Zuge von Beratungsgesprächen erleben, dass sie auch mit den haarsträubendsten Falschbezichtigungen problemlos durchkommen. In logischer Konsequenz führt diese Erfahrung dazu, dass anschließende Sorgerechts- bzw. Umgangsverfahren in regelrechte Vernichtungs­kriege ausarten, bei denen Väter, vor allem jedoch die betroffenen Kinder, psychisch misshandelt werden. Tatsächlich ist es vor deutschen Familiengerichten leider häufig so, dass die Erfolgs­chancen steigen, je hemmungsloser gelogen wird und je brutaler der andere Elternteil diffamiert wird. Von daher kann dem Rat der auch als Gerichtsgutachterin tätigen Psychologin Ursula Kodjoe, Eltern sollten im Trennungsfall Gerichte und Anwälte meiden, nur bedingt zugestimmt werden. Viele BeraterInnen können es leider auch nicht wesentlich besser als streittreibende Anwälte und Richter, die sich bekriegende Eltern gewähren lassen.

  

Fazit

Das Problem eines ungerechten, väterdiskriminierenden Familienrechts können auch Beratungsstellen zumindest im Grundsatz nicht lösen, weil Gesetzeslage und Rechtsprechung zu viele Anreize zur Eskalation des Elternkonflikts bieten bzw. diese erst heraufbeschören und allzuoft belohnen. Nicht zuletzt deshalb plädieren inzwischen immer mehr Mediatoren und Gutachter dafür, dass paritätische Wechselmodell gesetzlich zu verankern. Der eingangs zitierte Uwe Jopt, der wohl führende Verfechter einer lösungsorientierten Begutachtung, sagt sogar, diese Form der Betreuung müsse nach einer Scheidung zum Regelfall werden. Rational denkende Professionelle wie er und die Professorin Hildegund Sünderhauf, Verfasserin eines Fachbuchs zum Thema "Wechselmodell"[7], die hierzu einen Gesetzesvorschlag formuliert hat, haben erkannt, dass die vielbeschworene Trennung der Paar- und Elternebene vielfach nicht gelingt und Machtkämpfe um Unterhalt und Umgang, welche die Kinder zerstören, in vielen Fällen auf andere Weise nicht zu beenden sind.

 

Wenn es dagegen im Zuge einer Trennung bzw. in der Nach­trennungs­phase durch die Wider­wärtig­keiten eines brutalstmöglich geführten Trennungs­krieges zu gravierenden seelischen Verletzungen gekommen ist, stehen die Chancen für eine gemeinsame, streit- und stressfreie Wahrnehmung der Eltern­verantwortung ausgesprochen schlecht.

 

Trennungsberatung im weiteren Sinne

Hiermit sind ganz allgemein Beratungstätigkeiten gemeint, die einen Trennungswilligen beim Ausstieg aus einer Ehe oder nichtehelichen Lebens­gemein­schaft unterstützen. Vorrangig geht es um Informationen zu rechtlichen und finanziellen Fragen. Zahlende Kunden können sich an Rechtsanwälte wenden. Exklusiv für Frauen bzw. Mütter werden die entsprechenden Leistungen auch unentgeltlich von staatlich geförderten Frauenbüros wie z. B. dem in Berlin ansässigen Verein "FORTE e.V."[8] oder den Jugendämtern angeboten.

 

Über FORTE - das Kürzel steht ernsthaft für "Frauen ohne Recht nach Trennung und Ehe" - schreibt Matthias Matussek in seinem Buch "Die vaterlose Gesellschaft" unter anderem: 

Zitat:

«Die Vereinsbroschüre liefert das Drehbuch für die perfekte Scheidung. Von Kindern und ihren Nöten ist darin nicht die Rede. Sie tauchen allenfalls als "Berechnungs­grundlage" auf. Das Heft [...] verrät Tricks für den Erstschlag in durchaus konspirativem Krimininaljargon.»

 Empfohlen wird unter anderem, vor dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung heimlich Gehalts­abrechnungen, Steuer­bescheide und Vermögens­nachweise wie Sparbücher, Festgeldeinlagen oder Depotauszüge "sicherzustellen".

 Weitaus abgefeimtere Tipps werden Müttern von solchen Organisationen wie auch Anwälten oder Mitarbeitern des Jugendamts nur "unter der Ladentheke" gegeben, so beispielsweise der Rat, dem Ex-Partner erst noch ein paar Monate Versöhnungsbereitschaft vorzuheucheln (und mit ihm zu diesem Zweck eine Eheberatung wahrzunehmen), um so über den Weg einer gütlichen, "freiwilligen Vereinbarung" vor dem Jugendamt die Mitnahme der Kinder in die neue Unterkunft zu sichern und damit Fakten für ein etwaiges gerichtliches Umgangsverfahren zu schaffen. Falls der Vater tagsüber Zeit hat bzw. insbesondere dann, wenn er auch vor der Trennung die Kinder betreut hat, wird Müttern zu einer "vorläufigen" Übereinkunft geraten, nach der die Kinder über Tag bzw. nach Schule oder Hort weiterhin vom Vater betreut werden und bei der Mutter lediglich übernachten. Den Müttern bringt diese Vorgehensweise gleich zwei Vorteile. Zum einen hält man Väter so davon ab, gerichtliche Schritte zur Rückführung der Kinder in ihr Zuhause anzustrengen, weil ihnen - neben der vorgeblichen Versöhnungsbereitschaft der Partnerin - suggeriert wird, beim Scheitern dieser Bemühungen wäre zumindest auf außer­gerichtlichem Wege eine faire Umgangs­regelung erreichbar. Zum anderen ist es für Mütter auch praktisch, wenn sich der Papa erst noch ein paar Monate kümmert, dann können sie nämlich in aller Ruhe eine neue Wohnung suchen und mit Blick auf die insgeheim geplante vollständige Wegnahme der Kinder beispielsweise einen Ganztagsplatz im Kindergarten oder eine häusliche Nachmittagsbetreuung organisieren.

Was die üblichen Falschbeschuldigungen betrifft darf es als sicher gelten, dass sie hier in Form von Checklisten vorliegen, die dann mit trennungswilligen Müttern durchgehechelt werden. Bei Müttern, die den Vater völlig vom Umgang mit seinen Kindern abschneiden wollen, erfreuen sich in Richtung Missbrauch oder Gewalt gehende Vorwürfe besonderer Beliebtheit, weil sich mit ihnen eine sofortige Kontaktsperre durchsetzen lässt. Aber auch Mütter, die vor solch groben Lügen zurückschrecken, schildern den Ex-Partner in 95 % der Fälle als Monster, mit dem sie - natürlich nur der Kinder zuliebe - jahrelang in einer Hölle ausgeharrt haben.

In diesem Zusammenhang sollten bei Vätern die Alarmglocken läuten, wenn die Partnerin glauben machen will, durch den Besuch einer Tagesklinik, wo der Mann dort beispielsweise ein Anti-Aggressionstraining absolvieren könne, würde die Aussicht auf Versöhnung steigen. Lassen Väter sich in gutem Glauben auf solche Vorschläge ein, wird das hinterher gleich auf mehrere Weise gegen sie verwendet. Zuerst einmal kommt dieser Schritt aus der Sicht vorein­genommener psychologischer Gutachter, die vom Gericht bei Uneinigkeit über die Umgangsregelung hinzugezogen werden, dem Eingeständnis gleich, der Vater habe schwerwiegende Gründe zur Trennung geliefert. Außerdem kann jeder Besuch einer Klinik zur Behebung psycho­somatischer Störungen - egal aus welchen Gründen und auch wenn er freiwillig erfolgte - auf abgefeimte Weise zur Pathologisierung missbraucht werden, um eine mangelnde Erziehungsfähigkeit des Vaters zu bescheinigen. Solche groben Hinterfotzigkeiten denken sich wohl nur die wenigsten Mütter selber aus, sondern man darf vermuten, dass auch derart schäbige Schachzüge zum üblichen Repertoire abgefeimter BeraterInnen gehören, die einen Krieg anzetteln wollen, aus dem die Mutter als Siegerin hervorgeht.

 

Andere Ratschläge lassen einen gesunden Pragmatismus erkennen, so beispielsweise die Anregung, doch die Eingangstür des gemeinsam bewohnten Hauses zu demolieren, um dann, nach dem konspirativ in die Wege geleiteten Auszug sagen zu können, dass Haus sei unbewohnbar und eine Rückführung zumindest der Kinder käme daher nicht in Betracht.

 

Fakt ist: Spätestens dann, wenn trennungs­willige Frauen einen Rechtsanwalt oder eine Beratungsstelle der geschilderten Art aufsuchen, werden auch solche Mütter, die ursprünglich um des Wohls ihrer Kinder willen noch vernünftige und faire Regelungen treffen wollen, im Sinne einer Maximierung des eigenen Vorteils gnadenlos verhetzt. Die Beratung der Jugendämter erzielt leider oft die gleiche Wirkung. So richtig schlimm wird es, wenn Mütter auf Anwältinnen oder sonstige Beraterinnen treffen, die auch schon ein oder zwei Partner entsorgt und ihre Kinder ins Leid gestürzt haben. Gerade diese Personengruppe leistet dann allein aus dem unterbewussten Antrieb heraus, dass eigene schlechte Gewissen zu besänftigen, indem eine weitere Mutter zur Familienzerstörung animiert wird, nicht selten besonders aggressive Hilfestellung.  

 

Einzelnachweise

1. Lebensberatung im Bistum Trier

2. Uwe Jopt: Warum überhaupt psychologische Gutachter?

3. Uwe Jopt: "Gutachter ernannt - Gefahr gebannt? Psychologische Sachverständige entscheiden für den Familienrichter, aber ...", Zeitschrift "ex", Juni 1995, S. 20-26

4. Kinder sind die besseren Menschen - Wie schaffen es so viele Väter und Mütter, sie an die Wand zu fahren? (40:57 Min.), Vortrag auf dem 3. Internationalen Antifeminismus-Treffen am 3. November 2012

5. Schreiben der Lebensberatung Cochem vom 05.03.2013 an den Verfasser

6. VäterradioLiebe ist stärker als ein Weltuntergang: Buchbesprechung mit dem Autor Roland Arndt, 15. August 2013
Gäste: Roland Arndt - Buchautor Roland Schumann - liest die ausgewählten Textstellen

7. Pressemittelung der Springer VS vom 29. August 2013 - Kinderbetreuung: Das Wechselmodell boomt

8. Frauen ohne Recht nach Trennung und Ehe, FORTE e.V.